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Als '''Leuchtturm''' wird ein bezeichnet, der eine trägt. Leuchttürme sind insbesondere nachts weithin sichtbare (durch die abgegebenen Leuchtfeuer sowie als Peilmarke) und dienen der , der Warnung vor n oder der markierung.

Zweck

Aussenden eines Lichtsignals

Leuchttürme im engeren Sinn dienen zur dauerhaften Markierung eines Orts und senden, um identifizierbar zu sein, ein individuelles Lichtsignal aus, das von einem entfernten Punkt aus betrachtet aus einer rhythmischen Abfolge von Lichtblitzen besteht. Realisiert etwa durch mehrere Sammellinsen, die als Ring um eine sehr kleine Lichtquelle rotieren. In etwa von Nebel getrübter Luft ist daher das Vorbeiwischen eines durchstrahlten Sektors zu beobachten. Um weit zu reichen, wird das Licht nicht nur zu einem schmalen Sektor (= sichtbar als kurzer Blitz) gebündelt, sondern auch nahe um die Horizontalebene, wegen der Erdkrümmung eventuell um einen sehr stumpfen Kegel. Das Signal kann so gesteuert, abgeblendet und/oder gefärbt werden, dass es abhängig von der Richtung (Horizontalwinkel) unterschiedlich wahrgenommen wird und damit eine Zusatzinformation bietet.

Sonderfall: Leuchttürme zu Beleuchtungszwecken

In Ausnahmefällen können Leuchttürme auch zu Beleuchtungszwecken eingesetzt werden. Dabei werden Lichtquellen so hoch positioniert, dass ihr Licht auch in einiger Entfernung den Boden noch in ausreichend großem Winkel trifft, um menschliche Arbeit und Fortbewegung zu erleichtern. So dienten zum Beispiel die zwei Feuertürme von am Donauufer in (Niederösterreich), um 1780?1811 zur Beleuchtung des Ufers, damit per ankommendes Holz auch nachts auf Flusskähne verladen werden konnte. Die etwa 120 m entfernt voneinander stehenden Türme ermöglichten die schattenarme Beleuchtung des zwischen ihnen liegenden Geländes.

Technik

Bauweise

Die Bauweise der Leuchttürme ist sehr vielfältig. In vorindustrieller Zeit waren Leuchttürme zumeist gemauert. In historischen Turmkonstruktionen befanden sich mitunter Wohn- und Arbeitsräume für das Bedienpersonal, die oft durch Nebengebäude ergänzt wurden. Da der Beruf des s durch die Automatisierung nicht mehr ausgeübt wird, dienen die ehemaligen Arbeitsräume heute anderen Aufgaben. Mit Aufkommen des Metallbaus wurde es möglich, leichte windbeständige Konstruktionen aus Gusseisen, aus und schließlich aus gegossenem und gewalztem zu errichten. Dabei überwog zunächst , später rohr- und mastartige Konstruktionen. Heutzutage sind viele derartige Bauwerke aus , Bauten aus wie ''Kahler Sand'' an der Elbe blieben die Ausnahme. Lichtanlage und Optik sind bei größeren Bauten zumeist aufgesetzt, sie werden als ''Lampenhaus'' oder ''Laterne'' bezeichnet. Einige Leuchttürme verfügen über oder n, um die Orientierung bei schlechter Sicht zu ermöglichen.
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Lemwerder Schwarzer Leuchtturm463 retusche.jpg|?Schwarzer Leuchtturm? Lemwerder, 1898, Stahlfachwerk mit verkleidetem Treppenaufgang
Lemwerder Rotes Leuchtfeuer458 retusche.jpg|Leuchtfeuer Lemwerder, 1983, mit Stahlrohr als Turmschaft
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Bis in das späte 20. Jahrhundert waren in der Nord- und Ostsee dort, wo die Errichtung von Leuchttürmen auf festem Grund nicht möglich war, vielfach e positioniert, mit Leuchtfeuern in bis zu 45 Metern Höhe. Heute werden von der Deutschen Wasser- und Schifffahrtsverwaltung nur noch zwei Feuerschiffspositionen unterhalten. Das berühmteste deutsche Feuerschiff war die ''''.

Bei engen Fahrrinnen werden aus zwei synchronisierten Leuchtfeuern unterschiedlicher Höhe errichtet.

Turmhöhe und Feuerhöhe

Als ''Feuerhöhe'' bezeichnet man den Abstand zwischen Wasserspiegel und ) mit 6,95 Metern Turmhöhe sein.

Optik

Bündelung

Als Leuchtfeueroptik werden seit etwa 1820 n verwendet, die eine kompakte Bauform, ein relativ geringes Gewicht und einen hohen haben. Mehrere Linsen sind vertikal aufgestellt und nebeneinander auf einem Kreis angeordnet. Der Kreis ist drehbar gelagert und die Bündel der Linsen erzeugen ein charakteristisches Blinkmuster. Auch Farbfilter sind zur zusätzlichen Codierung gebräuchlich. Aufgrund der besitzt jeder Turm eine spezifische und , die in Leuchtfeuerverzeichnissen und in Seekarten publiziert werden. Die Kennung wird gegebenenfalls durch Farbfilter geändert. Durch die Rotation der Linse erzeugt dies ein rhythmisches farbiges Blinken.

Lichtquellen

Als Lichtquellen kamen anfänglich offene Holz- und Kohlefeuer, später auch Öllampen zum Einsatz.. Man entwickelte zwar eine automatische Nachstellung der Kohlestifte, hatte aber dennoch einen gewissen Wartungsaufwand sowie weiterhin verschmutzte Abluft.

Ab den 1920er Jahren wurden n eingesetzt. Bei Ausfall schwenkte eine Ersatzlampe in den Fokus. Heute verwendet man n und zunehmend .

Reichweite

Die Reichweite der meisten Leuchtfeuer liegt ? je nach Bauart und Umständen ? zwischen 5 und 20 skosten dar.

Wegen der nimmt die theoretische Reichweite mit der der Turmhöhe und der Wurzel der des s zu. Wenn ein Leuchtfeuer gerade am Horizont (?in der ?) auftaucht oder verschwindet, kann seine Entfernung einfach berechnet und damit der Standort des Schiffes bestimmt werden. Die Formel kann mittels des hergeleitet werden. Sind die Höhen von Leuchtfeuer und Navigator im Verhältnis zum Erdradius gering, lautet sie in vereinfachter Näherung:

<math>\text{Distanz in Seemeilen} \approx 1{,}9274 \cdot \left(\sqrt{\text{Augenhöhe in Metern}} + \sqrt{\text{Feuerhöhe in Metern}} \right)</math>

Geschichte

Wie die Geschichte der Leuchttürme begann, ist nicht bekannt. Sicher ist, dass es im östlichen bereits lange vor Christi Geburt regen gab ? und vermutlich auch Leuchtfeuer, um bei Dunkelheit den zu finden.

Antike

Mindestens zwei antike Befeuerungsbauten sind überliefert, die beide um 300 v. Chr. entstanden: Der griechische und der ägyptische (errichtet zwischen 299 und 279 v. Chr., Höhe 115 bis 160 m). Allerdings ist unsicher, ob der Koloss von Rhodos wirklich als Leuchtfeuer diente. Er soll etwa acht Jahrzehnte gestanden haben, bis er 224 v. Chr. einstürzte. Der ägyptische Leuchtturm leuchtete dagegen über 1600 Jahre lang und stürzte erst im Jahr 1303 bei einem ein. Er ist Namensgeber des Begriffs ''Leuchtturm'' in den romanischen Sprachen und damit der Leuchtturmkunde, die heute als '''' bezeichnet wird.

Von den Römern wurde der im galicischen () errichtet. Er wurde im Jahr 110 n. Chr. von Gaius Sevius Lupus fertiggestellt, war ursprünglich 36 m hoch und maß 18 m × 18 m am Fuß. Im Jahr 1791 wurde er ausgebaut und erhielt eine klassizistische Umhüllung. Der noch heute genutzte Turm ist damit der älteste funktionsfähige Leuchtturm der Welt und gehört seit 2009 zum . Ältere Türme aus Römischer Zeit wie der von sind vielfach noch vorhanden, teils allerdings nur als Ruinen.

Abseits der Hochkulturen suchte die zu Beginn nach einfacheren Wegen, den Seefahrern ?heimzuleuchten?. n und kleine Strandfeuer wiesen den nachts ihren Weg. empfahlen deren Betrieb als gottgefällige Aufgabe.

Hansezeit

Vom 13. Jahrhundert an errichteten die Hansestädte der Ostseeküste Zufahrtsfeuer, oft als nlaternen auf vorgelagerten Inseln, zum Beispiel (in ), , (in ), (auf ), und . Das bestehende Hafenzeichen in Travemünde wurde 1226 kaiserlich privilegiert. 1299 erhielt Hamburg die insel , um dort eine zu errichten. Sie ist allerdings erst ab 1644 nachweisbar ? zunächst war es der Hansestadt vor allem um die Sicherung der Elbzufahrt gegangen. Um 1625 folgte ein ständiges Leuchtfeuer auf ; die Benutzung des alten Westturms bewährte sich aber nicht.

Frühe Neuzeit

Deutlich verbessert wurden die Leuchtfeuer 1782 durch den er Physiker (1750?1803) mit der (Hohldochtlampe) , einer . Erst später setzten sich er durch. Schließlich entwickelte (1788?1827) im Auftrag der französischen Regierung eine Lichtbündelung durch spezielle . Durch die n steigerte sich die Reichweite der Leuchtfeuer erheblich.

Der regelmäßig blinkende Leuchtturm wurde von (1751?1825) erfunden.

Im 18. Jahrhundert begründete der Lampenmacher in eine von Leuchtturmbauern, die insbesondere in über vier Generationen hinweg mehr als ein Dutzend Leuchttürme errichtete.

Gegenwärtiger Nutzungswandel

Moderne digitale Navigationshilfen schmälern die heutige Bedeutung von Leuchttürmen, können aber visuelle Schifffahrtszeichen nicht vollständig ersetzen. Insbesondere beim Ausfall des , der Elektronik oder der Stromversorgung stellen Leuchttürme eine unverzichtbare Absicherung dar, weshalb Leuchttürme auch zukünftig unterhalten werden müssen.

Die ehemaligen Personalräume und die sind dagegen für den Leuchtturmbetrieb nicht mehr notwendig. Sie werden heute für Zwecke (z. B. als ) oder für Zwecke genutzt. Vereinzelt dienen Türme auch als oder können für en gemietet werden.

Verbreitung

Leuchttürme sind auf allen Kontinenten einschließlich der Antarktis vorhanden und stehen vor allem an Meeresküsten. Einige Leuchttürme befinden sich zudem
  • an Ufern und Mündungen größerer Flüsse (z. B. , , )
  • an den Ufern einiger großer Binnenseen (z. B. , ).

Der höchstgelegene Leuchtturm der Welt ist in Peru (3810 Meter Höhenlage + 9 Meter Bauwerkshöhe). Der einzige Leuchtturm Bayerns ist der einige Meter entfernt).

Siehe auch

'''Beispiele'''
'''Briefmarkenserien'''
  • seit 2004 in Deutschland
  • , 1974 und 1975 in der DDR
'''Veranstaltungen'''

Literatur

  • Monika Bergmann: ''Lexikon der Leuchttürme''. Komet, Köln 2008, ISBN 978-3-89836-827-8.
  • Gerhard Wiedemann (Hrsg.), Johannes Braun, Hans Joachim Haase: ''Das deutsche Seezeichenwesen.'' 1850?1990, zwischen Segel- und Container-Schiffsverkehr [In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Schiffahrtsmuseum Bremerhaven]. DSV-Verlag, Hamburg 1998, ISBN 3-88412-275-4.
  • (Fotos), Vincent Guigueno (Text): ''Leuchttürme'' (Originaltitel: ''Phares'', übersetzt von Christiane Hauert). DK Edition Maritim, Hamburg 2007, ISBN 978-3-89225-575-8.
  • Ian Penberthy: ''Die 75 beeindruckendsten Leuchttürme der Welt'' (Originaltitel: ''Lighthouses ? Man-made Wonders'', übersetzt von Annerose Sieck). Tosa, Wien 2009, ISBN 978-3-85003-388-6.
  • Jürgen Voss: ''Lichter am Horizont ? Leuchttürme zwischen Tag und Nacht''. DK Edition Maritim, Hamburg 2003, ISBN 978-3-89225-482-9.
  • Vera Stehlin: ''Leuchtturm.'' In: ''''. Band 22, Hiersemann, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-7772-0825-1, Sp. 1219?1230.
  • R.G. Grant: ''Wächter der See. Die Geschichte der Leuchttürme'' (Originaltitel: ''Sentinels of the sea'', übersetzt von Heinrich Degen). DuMont, 2018, ISBN 978-3-8321-9936-4.

Weblinks

  • , Beitrag zur Geschichte der Leuchttürme bei Online
  • ? preisgekrönter, deutscher Animationskurzfilm über einen Leuchtturm und dessen Wärter
  • ? Liste, Infos, Bilder und Karte aller deutschen Leuchttürme (private Seite)
  • , bis 1920 (und 1939?1945) ehemals nördlichster Leuchtturm Deutschlands
'''Europa'''
  • ? Europäische Leuchttürme (private Seite)
  • ? Leuchttürme der Europäischen Union (private Seite)
  • ? Leuchttürme Europas (private Seite)
  • ? Informationen, Bilder und Videos über Leuchttürme in Europa (private Seite)
  • ? Fotos und Informationen zu Leuchttürmen in Europa (private Seite)
  • (private Seite)
  • (Geschichte aller 150 französischer Leuchttürme) (private Seite von Jean-Christophe Fichou, franz.)
'''Weltweit'''
  • ? Leuchttürme Asiens auf historischen Postkarten (private Seite)

Einzelnachweise